Montag, 1. Dezember 2008

Makroebene Spanien

Um einen besseren Einblick in das spanische Alltagsgeschehen zu geben, werde ich eine Zeitung zusammen resümieren. Und um Euch nicht zu verunsichern, dass ich alles vergessen habe von wegen wissenschaftlichen Arbeiten: hier die Quelle (Público (2008): Número Especial Primer Aniverario; Madrid; pp 16-44)


Gewalt gegenüber Frauen

Zzt. sieht man überall in den Straßen und in der U-Bahn riesige Plakate von wegen „Schlägst Du Deine Frau hast Du Deine Männlichkeit längst verloren“ und so. Liegt am neuen Gesetz halt genau dagegen. Ich war ja am Anfang meines Aufenthalts geschockt, wie normal dieses Problem hier genommen wird. Und wenn ich lese, dass nur 0,68% aller Übergriffe geahndet werden, kriegt man echt die Krätze..


Ausländerhass

Jeder dritte Spanier sieht die Ausländerquote als Problem an. In den letzten 5 Jahren hat sich die Anteil der Leute, welche die Ausländer als einer der 3 großen Probleme des Landes ansehen, von 15 auf 29% gesteigert. Das Problem ist glaub ich die Masse an Leuten, die in den letzten Jahren aus Südamerika rüberschwappt ist (hauptsächlich nach Murcia, wo Agricultura noch sehr verbreitet so wie in die ärmeren Gegenden um Madrid herum, Castilla y León usw), genau wie Afrikaner auf die Gran Canaren und Araber überhaupt. Dabei finde ich ja, dass sich die Ausländer hier sehr gut einfinden, können so ziemlich alle spanisch und leben halt ihre Sterotypen aus („Chinos“ verkaufen Billigware und Essen, Araber putzen, Afrikaner verkaufen illegale Ware. Ich frag mich ja immer, wieso nicht einer dieser Leute mal auf die Idee kommt, ein ordentliches FastFood Restaurant aufzumachen oder so…). Eine Studie, die ich leider nicht mehr hier hab, hat gezeigt, dass es um die spanische Wirtschaft eh sehr viel schlechter ohne die Ausländer stehen würde. Immer dieses Nationalgefühl an der falschen Stelle…


Gleichstellung der Geschlechter

93,4% der Männer verdienen mehr als ihre Frauen. Gut, so viel anders sieht das in Deutschland wohl auch nicht aus, nur dass hier in Spanien dieses Machogehabe noch immer bis in die oberste Managementebenen reinreicht. Eine tief verwurzelte Angst, den Frauen zu unterstehen. Komisch, dabei leben die Jungs hier doch bis 30 zu Hause und haben auch kein Problem, sich von ihrer Mutter bis dahin den Arsch wischen zu lassen. Aber schwupps aus dem Haus und schon den Dicken raushängen lassen, schon klar.


Jugendarbeitslosigkeit

25% der jugendlichen Spanier leiden unter Arbeitslosigkeit und Armut. Soll hier ziemlich schwierig sein, Arbeit zu finden. Ich habe ja eine Theorie: In Spanien besteht noch lange nicht das Modell vom bevorzugten jungen Mitarbeiter, sondern hier arbeiten auch noch die Ältesten als Kellner etc. Dazu kommt, dass sich viele meiner Mitstudenten gar keine Gedanken über Arbeit finden machen-können ja im Zweifelsfall weiter zu Hause wohnen bleiben. Und mit dem Geld könnten sie eh nix anfangen-auf meine Frage an die schon Arbeitenden, warum sie denn das Geld nicht nutzen um auszuziehen, kommt nur 1. dann hätte ich ja keine Geld mehr zum feiern und 2. dann müsste ich ja selbst kochen und waschen. Nagut, außerdem sollen hier die Wohnungskosten für Jüngere um die 80% ausmachen. Selbst Schuld, wenn man nur Einzelwohnungen in bester Lage sucht (die Spanier mit denen ich gesprochen habe meinten, dass sie nicht mit 3 Leuten wie ich zusammenziehen würden und auch sicher keine Wohnung finden könnten in der Preislage die ich gefunden habe). Bze


Verstädtung

In Spanien sind die fortschrittlichen und zukunftsträchtigen Regionen fast ausschließlich die Städte. Auf Zuwanderungstabellen sind Madrid, Barcelona, einige andalusische Städte sowie die Inseln fast die einzigen Punkte, wo keine Abwanderung in den letzten Jahren stattfand. Wird ein ziemliches Problem demnächst 1) in Unterstützung der wirtschaftsschwachen Regionen und 2) in der nachhaltigen Entwicklung der Städte (da weiß ich ja, was ich demnächst zu tun habe*g)


Sprache und Nationalgehabe

Dass Spanier nur spanisch können, stimmt gar nicht so. Nein, es gibt auch Leute die nur Euskera oder Catalán können*g 37,5% der Katalonier sprechen Spanisch wenn überhaupt als Zweitsprache, 18,2% der Leute sprachen Euskadi in der Kindheit. Und immer mehr wird, nachdem im Franquismus die Mehrsprachigkeit verboten war, diese „Privileg“, eine eigene Sprache zu sprechen, ausgelebt.


Bildung

Also wer hätte das geglaubt: nach der OECD ist Spanien eines der besten Bildungsländer Europas.. 45% schaffen das Abitur (etwas EU Durchschnitt). 40% der Studenten der höheren Bildung sind aus Arbeiterfamilien, was viel höher ist, als z.B. in Frankreich (19%) oder Finnland (29%). Der Geschlechterunterschied ist einer der geringsten in Europa. Aber um das mal zu relativieren: Die Ausgaben pro Kopf liegen etwa 20% unter dem EU Durchschnitt. Außerdem ist das spanische Bildungssystem angelegt, dass fast jeder einen Universitätsabschluss bekommt-denn die Stellen in Spanien werden zu über 80% an Uni-Leute vergeben. Ob man das gut findet oder nicht, weiß ich noch nicht.


Erneuerbare Energien

Spanien ist eines der fortschrittlichsten Länder wenn es um erneuerbare Energien geht: 28% der Nachfrage werden durch diese gedeckt und sind schon in der Lage, um die 40% zu erzeugen.

Toledo


Naechstes UNESCO Welterbe abgehakt. Und irgendwie werden sie dann doch irgendwann ein bisschen langeweilig. Besonders das hier in Spanien hochgepriesene Toledo fand ich jetzt nicht anders besser hoeher weiter als Segovia y tal. Hier gibts auch ein Alcázar, was aber kleiner und unspannender war als das in Segovia, eine Catedrale, die aber unspektakulaerer war als die in El Escorial, kleine Strassen, die aber nicht so urspruenglich waren wie in Granada, sowie natuerlich keinen Strand (Mallorca). Ich glaub ich muss langsam weg aus Spanien, um mal wieder excited auf Sightseeingtour gehen zu koennen*lach

2 Dinge fand ich dann doch sehr spannend: An diesem Tag entschied sich der Himmel in ein lila einzufaerben, wovon ich ja total fasziniert war (zum Leidwesen der anderen:)

Ausserdem soll aus Toledo Don Quijote kommen. Lustig nur, dass die Originalliteratur sagt, dass dieser aus "irgend einem Ort in La Mancha" kommt. Naja, man muss sich seine touristischen Hoehepunkte picken wie sie kommen, und wenns den Touris nicht auffaellt (wie mir an diesem Tag auch nicht) ist doch alles in Butter.. Da ja Don Quijote Weltliteratur ist und, ich war erstaunt, als erster Roman der Neuzeit bekannt ist (alles vorher soll wohl Ritterliteratur sein oder sowas aehnliches. Das Don Quijote die zeitgenoessische Literatur auf den Arm nimmt und in einem anderen Stil geschrieben ist, soll es wohl ein Roman sein).. Also, hier die Gute Nacht Geschichte:

Don Quijote ist ein kleiner Landadliger – dessen wahrer Name sogar dem Erzähler nicht genau bekannt ist.Dort verschlingt er einen Ritterroman nach dem anderen, bis er schließlich verrückt wird und glaubt, er selbst müsse sich als fahrender Ritter todesmutig in Gefahren stürzen, um das Unrecht zu bekämpfen. Seinem Pferd verleiht er nach vier Tagen intensivem Nachdenken den Namen Rosinante (Rocinante, span. Rocin „Gaul“, und antes „vorher“ bzw. „vorhergehend“) mit der Doppelbedeutung voher ein gewöhnlicher Gaul. Ein Bauernmädel macht er zur Gebieterin seines Herzens, die er nicht weniger wohlklingend Dulcinea von Toboso (von dulce „süß“) nennt.

So kommt es zu einem ersten Ausritt. Alles, was er sieht, bringt er mit dem Rittertum in Zusammenhang, obwohl dieses schon seit Generationen nicht mehr aktuell ist. Eine einfache Schenke wird in seinen Augen zu einer Burg, und die Dirnen, die davorstehen, werden zu Burgfräulein. Don Quijote rekrutiert dann einen "Schildknappen“, der ihn während der folgenden Abenteuer begleiten wird. Dieser heißt Sancho Pansa ( oder „Pansa“, was man als „heiliger Bauch“ verstehen kann), wohnt im selben Dorf und ist (zunächst) nicht der Hellste. In Ermangelung eines Pferdes begleitet er seinen Herrn auf einem Esel, den er gelegentlich mit dem Namen Rucio anspricht, was in einigen Gegenden Spaniens nichts anderes als „Esel“ bedeutet.Dulcinea ist die Angebetete von Don Quijote. Er hat sie zwar nie wirklich gesehen, aber da ein richtiger Ritter eine Angebetete braucht, braucht auch Don Quijote eine solche. Alles, was er tut, tut er für sie.Das bekannteste Abenteuer ist zweifellos das, in welchem der Held – trotz der eindringlichen Warnungen seines Knappen – anstelle von Windmühlen Riesen sieht und diese zu bekämpfen versucht, was natürlich nicht glücklich ausgeht. Dass er diesen Kampf verliert, schreibt er bösen Mächten zu. Der in seine Fantasien vernarrte Idealist kämpft auch gegen staubumwölkte Hammelherden, liefert sich mit rotweingefüllten Schläuchen einen „blutigen“ Kampf und erobert noch den „Helm des Mambrin“ – eine Barbierschüssel.

Das Ende kenne ich jetzt nicht-die Spanier meinten aber, dass er wohl sterben wuerde...Schluchz

Dienstag, 11. November 2008

Fannys Wille

Auf Fannys Wunsch hin, hier noch ein Bild vom Ballermann (Balneario 6) und noch ein weiteres von irgendsoner Burg mit schönem Ausblick. Enjoy the stuff:)

Montag, 10. November 2008

von Pasta, Palmen und Party

Das war nun das sagenumwobene Mallorca. Das Mallorca der Deutschen-was im Endeffekt garnicht so deutsch war. Klar, am Flughafen wurden die Schilder auch in deutsch verfasst und viele des Personals haben ein ähnliches spanisch gesprochen wie ich (kein rollendes r, viele Floskeln). Aber Palma war auf jeden Fall eher spanisch als deutsch.

Als erstes ging es natürlich an den Strand. Paolo meint grad, dass ich wohl ein wenig Farbe abbekommen hätte. Is ja wahnsinn, haben also 2 Tage Mallorca mehr gebracht als das Baltikum und Restsommer in Madrid zusammen. So lagen wir "in Irinas Garten" (sie wohnt 5 Minuten vom Strand) und ich fand ja, nach links schauend, dass es garnicht anders wär als in Binz auf Rügen. Sogar die Wassertemperatur war gleich (leider muss ich den Hochsommer in Binz dem 09. November auf Mallorca entgegenstellen*g). Nach rechts schauend war es dann aber doch anders, weil dort die Jachten standen, die Kathedrale La Seu zu sehen war und uns ein warmes Lüftchen den Sonnenuntergang hinter bergiges Terrain versüßte..Bin mal kurz ehrlich: Natur und besonders Strand fehlen mir ja mitlerweile doch ein wenig in Madrid..

Die Mädchen kamen und es ging das große Gefresse (1,5 Kilo Nudeln mit 3 Packen Tometensauce waren für 6 Mann am ersten Abend dann doch zuviel, versteh ich garnicht..) und Getrinke (selbst angesetzte Sangría, mitgebrachter Valenciawein) los-herrlich. So konnten wir am nächsten Tag auch gestärkt in die Stadt aufbrechen. Natürlich erst ab 13 Uhr-es musste schließtlich ausgiebig gebruncht werden. Jeden Tag gab es ein Buffet, dass dem aus Granade in nichts nachstand. Einen Haken hatte es-Irina hat den frisch gepressten Orangensaft, den ich machen wollte, wehemend abgelehnt. Und es wär doch so gut gewesen..Die Sightseeingtour bestand dann zu 50% aus Sights, zu 50% aus Kaffee trinken und einkaufen. So hatte ich nach der Tour ein neues Hemd, Katja neue Schuhe, Irina neuen Schmuck und Ines hat glaub ich nix gefunden.
Superschnieke kleine Gassen, Gemäuer überall und mega Aussichten. Jetzt keine Eifelturm oder so, aber einfach schön sag ich mal.

Nach einer ausgiebigen Siesta (mit einem Film mit Nicole Kidman "La boda de Margot", bei dem Ines eingeschlafen ist, ich mirs gewünscht hätte und die anderen dagegen ankämpften) gings dann zum Botellon zu den Jachten. Da saßen wir nun, Jachten im Rücken, den Hintern auf dem Asphalt, Spanier vor uns, Freunde neben uns, vieleviele deutsche blonde Mädels irgendwo im Hintergrund. Den Bacardi bitte nicht zu vergessen vor uns gemischt mit dem Eis im Beutel neben Alejando. Und der Preis für das spanischste Botellon geht nach Palma! Meins aus Madrid, bei dem wir frierend 4 Stunden lang nur geredet haben zähle ich mal als schlechter.. Die Disko war auch mehr als gut. Mit elektronischer Musik, die sich immer und immer verbesserte, vielen "gratis Drinks" (in den 10 Euros waren 2 Freigetränke enthalten, und Getränke sind hier sehr gut mit Promille bestückt), einer Transe als Gogo von der Katja ihre Augen garnicht lassen konnte weil sie sie so toll fand, einer glücklichen Irina und einer tanzenden Ines. sehr gut sehr gut, das hat gefallen, bis es hell war.

Nächster morgen wieder Bruuunch und Burgbesichtigung mit Atemlosaublick. Später konnte ich Fanny noch dazu überreden, mit mir an den Ballermann zu fahren . Soo schlimm diese Massenabfertigung, aber der Strand ist ganz gut. Die Currywurst eher nicht. Alle gleichartig viereckigen Hässlichbauten in erster Reihe und nichts anderes dahinter. Interessant fand ich ja, dass der Ballermann für die Mallorquiner garnicht so spannend und wichtig ist. Gibt eine poblige Busanbindung. Und derBallermann ist halt da, wo die Deutschen sind. Nichts mehr. Katja war ja derMeinung, dass das Wort Ballermann von besoffen aussprechen für Balearen kommt. Fanny meint, es kommt vom spanischen Balneario. Da frag ich mich nur, wo das mann herkommt. Vorschläge eurerseits bitte an mich...

Montag, 3. November 2008

Welterbe und Freunde

Meine Schreiblust wurde doch ein wenig durch meinen kaputten Laptop getrübt. Jetzt habe ich ihn glücklicherweise wieder und berichte über Weltkulturerbe. Da ich darüber auch in meiner Hausarbeit schreibe, ich aber euch nicht all zusehr langweilen möchte, halte ich mich kurz:) Kurze Überschrift für die folgenden Kapitel: El Escorial (langweilig) - Granada (superschön) - Madrid/Rastro (Tourifalle).

Also das El Escorial liegt im Norden von Madrid in der Stadt San Lorenzo und ich les grad bei Wiki, dass es der größte Renaissancebau der Welt ist. Gut....so kam es uns auch vor. Von außen nett anzusehen war es drinnen doch lang und weit und groß und ewig und überhaupt ein wenig langweilig. Es fing mit einem Teppichmuseum an (ganz interessante Sache: die Leute haben sich früher Wandteppiche aufgehangen. Die in jahrelanger Kleinstarbeit gestickt und wofür? Weils im Winter kalt war und damit isoliert wurde. Die geben also ewig viel Geld für goldene Teppiche aus anstatt die Mauer einfach dicker zu bauen???Naja, hatte sicher auch stylischen Wert. Tine-die dicke Innenarchitektin von RTL-hätte gesagt, der Wisch is ja wahrhaft das wohnliche Wohl sehr wohl wert. ist mir da grad ein Zungenbrecher mit vielen W´s eingefallen??). Es ging mit einem Architekturmuseum weiter (ARCHITEKTUR. Wir haben uns Holz, einfach altes Holz angeschaut...), machte eine Kurve durch ein Bildermuseum (große Bilder im Christentumstil, halt viele Jesusbilder), vorbei an Möbeln und ab in die Katakomben wo viele Särge aus Mamor standen. Der absolute Höhepunkt, obwohl viele nichtmal belegt waren und alle gleich aussahen...War ich froh, wieder draußen zu sein.

Viel besser fand ich da ja das Alhambra. Bekannt für seine Karten, die man im Internet vorbestellen muss (kleine fachmännische Anmerkung. Nennt man Gestión de Capacidad de Acogida; ganz einfach gesagt: zu Peak-Zeiten wollen 800 Personen /halbe Stunde rein, begrenzt wird aber auf 300. Das senkt die jährliche Auslaustung um 25%. Außerdem wird für solche Leute wie uns, die "zuviel" sind (und sich auch über vorherigen Kartenkauf keine Gedanken gemacht haben) der Park Generalife zur Verfügung gestellt. Zwar auch Weltkulturerbe, kostet aber nur 6 Euro und ist wohl einfacher wieder herzustellen; da kann man nämlich immer rein). Die Stadt ist wirklich super bonita, alles mit Stein Schere Papier aufgefüllt und damit weiß und edel. Kultig das Araberviertel mit Wasserpfeifen und Trödelhändler.
Das beste war aber einfach mal die Mädels wiederzusehen. Lena und Franzi fühlen sich in Granada auch superwohl. Obwohl Franzi.. Kleine Anekdote. Franzi hat eine Mitbewohnerin. Nennt sich irgendwass mit A. Annika oder so... Studiert Philosophie und wäre es doch Theologie. Für alle meine Bekannten: Man fängt kein Gespräch mit neuen Personen mit Sarkasmus an (Ich: Seid ihr schon viel rumgekommen? Sie: Nö. Ich: Echt? Das geht doch ganz leicht. Sie: Das war Ironie. Muss man auch erstmal verstehen können.). Weiterhin hat Sie uns doch wirklich während der Party auf den Mietvertrag aufmerksam gemacht, den sie und Franzi unterschrieben haben-da steht schließlich drin, dass man nicht laut sein soll. Sie hat uns auch morgens um 11 vom Flut weggejagt. Man hat ja schließlich am Wochenende morgens nix anderes zu tun, als seine Arbeit Korrektur zu lesen und die Mitbewohner nicht 5 Min sich auf dem Flur verabschieden zu lassen (hätte sie Freunde, könnten die ihr ja beim Korrekturlesen helfen...naja...). Sie hat übrigens auch gemeint, dass unser Gespräch vor dem Ausgehen am nächsten Tag zu laut war. Gut, ich hab dabei viel gesprochen, aber hallo? Keine Musik, jeweils einer spricht und ihr Zimmer über den Flur an mehreren Türen vorbei...Arme Franzi..
Jaaa, auf jeden Fall hätte ich ja Flamenco und Party von den Südländern erwartet. Was soll ich sagen. Kein Flamenco. Keine Party. Vielleicht unsere eigene Schuld. 1. Abend Erasmusparty (komische Musik/Leute. Aber eine der schönsten Locations überhaupt mit verglaster Tanzfläche mit Blick auf die Alhambra..), 2. Abend irgend eine halbleere Bar. Aber es sah nicht so aus, als wenn es sehr viel besser wird. Dafür ist die Tapaskultur sehr entwickelt in Granada und das Bier "Alhambra" ist auch ziemlich gut...












Ein weiterer Höhepunkt sollte in Madrid eigentlich der Rastro darstellen. Das ist ein Viertel, in dem jeden Sonntag morgenmittag ein riesiger Flohmarkt statt findet. Joa, Mädelsschals für 3 Euro und Ledertaschen (von denen mir mein Mitbewohner qualitätstechnisch abgeraten hat) für 30 Euros. Sonst irgendwie nix. Alles genauso oder teuerer als im Geschäft, Gedränge, nicht ein einziger Fressstand (ihr könnt euch vorstellen, wie angepisst ich irgendwann war deswegen) und nur runtergelaufene Schuhe und Sachen, die die Welt nun wirklich nicht braucht (alte Perfumflaschen...angegilbte alte Perfumflaschen...).

Samstag, 18. Oktober 2008

Wiedersehen und Freude

Endlich wieder ein Partyabend, wie er mir gebührt. Und da jeder eine Vorstellung bekommt, wie man richtig Party macht, hier ein kleiner Abriss:)

21 Uhr Plaza del Sol.
Da sollte ein Konzert statt finden von Freunden einer super Kommolitonin. Ihr werdets nicht glauben-das Konzert war für eine Stunde Open Air angesetzt. Denk ich mir: 9 Uhr da sein, kriegst noch ne halbe Stunde mit. Nein, die haben doch echt nach Zeitplan gespielt und waren grad beendet, als ich kam. Da versteh mal einer die Spanier-ich meine immer unpünktlich wär ja eine Regelmäßigkeit, die ich verstehen würde. Aber malsomalso? Noch ein wenig mit den Jungs gequatscht (mein spanisch ist langsam zum feiern und plaudern können ausgereift) und ab in Bar Nummer 1. Coole Pub im Irish Stil und beim Bierchen die kleinen schmutzigen Groopygeschichten der Mädels aufgedeckt*g

22.30 Uhr Plaza España.
Abholen der Mädels aus Deutschland. Wie geil ist das denn Kathi und Doro in Madrid wiederzusehen? Die Spanierinnen haben sich auch prompt angeschlossen und so gings Litrona kaufen und in Bar Nummer 2. Meine heißgeliebte "kaufe ein Bier und krieg viel Tapas dazu" Bar. Ich glaub, den Mädels hat auch gefallen, obwohl sie den von mir bestellten Rotwein mit Sprite Lemon und Eis zu Vino verano pimpen mussten.

1.00 Uhr Gran Vía.
Die Spanierinnen verabschiedeten sich, weil sie keine Lust auf Elektrodisko hatten. Wir da nun hin und ich treff doch wirklich eine alte Bekannte in der Schlange. Ziemlich gut, normalerweise. Nur, dass die Türsteher mih irgendwie überhaupt nicht mochten und somit ich hier in Spanien doch wirklich das erste mal ein "Dukommschthiänätrei"
gehört hab (gut das zweite mal, auf eine Ü30 Party wollten sie mich auch mal nicht lassen). Das krasse dabei: Kathi und Doro bleiben stumpf in der Schlange stehen, kommen rein. Ich mach garkeine Anstalten, sag garnix zum Türstehen sonder steh einfach nur da und prompt werden die Spanierinnen auch nicht mehr reingelassen. Wie dämlich ist das denn?? Naja, auf jeden Fall hatte ich neue Compañeras und das erste was ich brauchte, war ein Baño, denn mine Blase hatte sich auf gleich in der Disko sein eingestellt...

1.30 Uhr Gran Vía immer noch.
Leider hat das Beschnacken der Lieferanten am Hintereingang nicht geklappt. Haben dafür aber eine geile Bar (mitlerweise Nummer 3) entdeckt, da ich mich dem in Spanien wohl üblichen in die Menschenmasse stellen und sich seiner entledigen nicht anschließen wollte. Super posh Bar, wo grad brasilianische Tänzerinnen shakten. Ich auf Klo (mit Aufpasser da edel und Unisex), komm wieder und werd erstmal
von einer der Tänzerinnen angetanzt. Noch ein wenig mit den Hüften wackeln und los gehts wieder, wird Zeit für Disko.

2.00 Chueca.
Ganz nett haben die Mädels diesmal am Eingang gelächelt. Diesmal kamen wir auch rein*g Und so tanzten wir zu leichter Rockmusik. Komisch fand ich und es war nicht das letzte mal diesen Abend: 2 Ebenen auf denen die gleiche Musik gespielt wird. Ich mein, natürlich spart man sich den zweiten DJ aber wie dumm. Macht ja auch gar keinen Sinn zu routieren, was ich aber trotzdem aus alter Gewohnheit immer wieder machte nur um mich wieder zu fragen, wie dumm das ist.

3.00 Plaza de Chueca.
Die spanische Offenheit zeigte sich mir beim Treffen der Gruppe aus 3 Mädels+Pennerin. Ich mein die Mädels waren super da großer sich wunderlich immer wieder auffüllender Plastebecher. Aber mussten meine Chicas wirklich die Pennerin mitschleppen?*g Nächster Halt: eine Gruppe Türken, die meine Chicas heiraten wollten, dann aber Ehefrauenfotos rumreichten. Ahja, so standen wir dann nun Sven+2Freundinnin+Penner+Türken. Super. Ich schreib nem Kumpel ne Nachricht, der mich zur nächsten Party mitnimmt.

3.30 Chueca.
Gute Disko mit spanischer Musik, die mir wirklich langsam zu gefallen beginnt. Oder ich war einfach so borracho, dass Popmusik die beste Alternative zum Rumhüpfen ist. Wie gesagt, 2 Floors, eine Musik, Disko voll, Sven gutgelaunt. Wiedereinmal endete mir die Disko nach knapp 2,5 Stunden tanzen viel zu kurz. Trotzdem kam ich froh in meinem Bett an. Noch eine Folge Will&Grace und einschlafen:) Eine Nacht, 3 Bars, 2 Diskos,4 Freundeskreise. Sehr gut.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Segovia

Endlich einmal ein Ausflug - und dann gleich ein Studienausflug. Ohooo. Schreibe nämlich in Destinationsplanung über Segovia mit meinen Mädels aus dem Kurs und die Stadt ist schon recht schön. Obwohl wir es ein wenig "ausgekostet" haben (sind um 6 los und um 22 Uhr wieder los, da wir natürlich unseren Zug verpasst haben. Ist aber auch schwierig mit den Plänen; da sind die Spanier immer wieder überfordert:)
Segovia hat echt superschöne Überbleibsel-ein Akquedukt, also so eine riesen Wasserleitung, bloß aus Stein und an die 2000 Jahre alt; dann noch ein imposantes Kloster und das Alcazár. Ich hoffe, Ihr kennt noch die gute Band ("Crying at the discotek"). Ich würde zu gern wissen, ob die sich nach diesem Teil benannt haben. Auf jeden Fall gibt es das Alcazár im Europapark Rust und im Disneyland Californien. Ist doch mal was oder? Damit ist mein Traum des Disneyparkbesuchs wieder ein Stück näher gerückt:)
Außerdem haben wir im Haus vom in Spanien sehr bekannten Dichter Machado (von mir liebevoll Manchego genannt, wie der spanische Käse) mit Feder ins Gästebuch geschrieben und haben und Churros gegessen. Außerdem bin ich Gewinner des Papierfliegercontests. Strrrrike

Falls es jemand wissen möchte; hier trotz allem Glanz unsere fachlichen Mängel:
mir ist im Besonderen die Infrastruktur aufgefallen (eine halbe Stunde Fußmarsch ins Zentrum, vorbei an einer Militärakademie und unausgeschildert geht ja mal garnicht; dazu sind Autos lustig im Zenrum langgecruist, obwohl die Straßen nicht viel breiter als diese waren...). Den Mädels ist aufgefallen, dass die Touren nicht sehr ausgereift waren und die Shops den Nachmittag geschlossen waren (gut, letzteres mir auch; weil ich mein Eis nicht bekommen hab! Da kann man ja auch nur wütend werden).

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Gewöhnungsphase

Unser Intercultural Management Prof ist ein Hellseher; laut Buch kommt noch der Honeymoonphase ("Ich finde ALLES toll") der erste Cultureshock ("EY, nerv mich nicht"-hatte ich letzte Woche) und die Gewöhnungsphase ("Spanien, ich glaub steig dahinter" - absolut diese Woche...). Es folgen ein weiter Kulturschock und die Adaptionsphase. Bin gespannt...
Wie gesagt, ich habe mir meine Woche jetzt eingerichtet; habe Geld, einen Studienplan und ein Handy (Nr: 671297141). Meine Woche ist getimet: Vormittag Zeit für Will&Grace, Familyguy, Frühstück, Internet und Schnickschnack (Bewerbungen schreiben und so...), Mittags ab zur Uni (ich liebe ja meinen 45Minuten Autobus; unglaublich, dass ich IMMER nach 5 Minuten eingeschlafen bin. Gestern hab ich sogar meinen Ausstieg verpennt*g) und zum sporteln, ab 3 beginnt meistens die Uni - oder auch nicht - und geht meist bis 5 oder 7. Abends dann in aller Ruhe TV und kochen.
Was ist jetzt komisch daran? Genau, das Kochen. Jeder der mich einigermaßen kennt weiß, Sven+Kochen=verkocht+schmeckt nicht. Anhand einer neuen Rechnung möchte ich Euch zeigen, warum ich es dennoch tue: Geschmack1(Sven+Kochen) > Geschmack2 (Unimensa+Kochen). Zwar ist Menge1 (Sven +Kochen) < Menge 2 (Unimensa + Kochen), aber auch Preis1 (Sven+Kochen) < Preis 2 (Unimensa und Kochen). Wir resümieren, anhand Notenskala von 1-6: Befriedigung1 (Geschmack1 (3) + Menge 1 (4) + (Preis1) (2) < Befriedigung 2 (Geschmack2 (5) +Menge2 (2) +Preis2 (5)) und kleiner ist bei Notenskala = besser:))

Seit Ines Besuch weiß ich auch, dass Gemüse und Fleisch gekocht und Tomatengehaxel drüber sehr gut schmeckt. Das koche ich jetzt so ziemlich jeden Tag (in immer wieder neuen Abwandlungen: mal etwas schärfer, mal mehr Gemüse, mal eine Sahnesauce (danke Maddin für den Tipp:) Also, alle die einfache aber leckere Kochvorschläge haben: bin sehr offen dafür!! Werde sie ausprobieren und die Besten posten*g

Zum Schluss noch einige Sachen, hinter die ich trotzdem nie steigen werde:
- wir waren letztens in einem "Afterhour Club", denn auch hier gehen die Lichter in der Disko um 5/6 an, was erstaunt, wenn die ganzen Leute hier erst um 3 zur Disko gehen. Da hab ich mich ja grad mal eingetanzt. Das geht garnicht. Komische Sache 1: Das Klischeé vom immertanzenden Spanier erfüllt sich in Madrid überhaupt nicht. Die Leute tanzen genauso wie in Deutschland, kein auf dem Tisch oder in der Straße tanzen... Komische Sache 2: der "Afterhour Club" war eine "Afterhour Bar"
mit 10 Euro Eintritt und für die Drinks musste man auch noch bezahlen. Zum Glück kannte ich den Kellner und bin umsonst reingekommen. Aber hallo? Da war noch nichtmal Musik (siehe Komisch Sache 1); die Leute bezahlen einfach tierisch Kohle - denn die Drinks kosten hier auch um die 10 Euro (ich: Kellner und so*g) - um einfach nen Absacker zu trinken und zu reden. Aumann. Komische Sache 3: Ich versteh dabei nicht, wie die Spanier so viel Situationskomik aufbringen können. Denn man quatsch hier einfach Leute an, macht nen Scherz, quatscht den nächsten an, macht nen Scherz, quatscht den nächsten an, lässt sich einen Scherz machen.... Sehr anstrengend für mich denn Komik und viel Reden ist beides noch nix für meinen Sprachgebrauch..

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Besser besser

Probleme 1 (Geld) und 2 (Anmeldung bei Uni) sind geklärt. Nun darf ich mich lediglich weiterfragen, in welchen Sphären mein Handy schwebt (danke für den Tip Irina, werd ich wohl machen), warum es in den Autobussen hier stets arschkalt ist und warum es nicht mehr solcher geilen Tapabars in Madrid gibt wie die von heute Abend. Zu deinem Bier kriegst du da einen Teller (!) mit allem möglichen dazu. Sehr gut. Und Woody Allens Film Vicky Christina Barcelona schauen. Seeeehr spanisch:)
Und das Rätsel um die auf einmal englisch sprechende Biblithekarin hat sich gelöst: sie ist halb Deutsche und in Deutschland aufgewachsen*lach

Dienstag, 30. September 2008

Totally pissed


Ich kann Euch heute mal ein Bild von meinem Zimmer reinstellen; klein aber mein. Keine Angst an alle, die mich besuchen kommen wollen: wer mehr Platz für seinen Schlaf der Gerechten braucht, findet im Wohnzimmer 2 große Couchen vor...

Vielleich fällt Euch auf, dass es auf dem Bild noch ziemlich dunkel ist. Das liegt daran, dass es Arschfrüh ist! Aus dem einfachen Grund, weil ich seit 2 Tagen kein Geld ziehen kann. So lebe ich hier mit mitlerweile einem Euro und kann nicht mal einen Brief verschicken. Aumann, muss deswegen mal in Deutschland anrufen. Ab 9 haben sie auf. Hab ich ja noch 20min *bze
Das schöne ist ja auch, dass hier dir alle so kompetent helfen können. So fragt man in der Deutschen Bank nach, ob die nicht englisch oder deutsch können (Betonung hier mal nebenbei auf das Deutsche der Bank ja?). Erst fragende Gesichter, dann ein total aufgelöster Filialleiter: "Yes I can, but I don´t want to, ok?" und ich so, jaja is ja kein Problem, geht ja auch auf spanisch. Zum Glück hängen bei mir im Fitness so kleine Bilder mit Bezeichnungen der Körperteile; bereite mich schon mal auf den möglichen Arztbesuch vor (@Tanja: kann dich vollkommen nachvollziehen...). Natürlich konnten sie mir nicht weiterhelfen und ich soll mich an Deutschland wenden. Habe sowieso das Gefühl, dass dir Solitärspielrate am Arbeitsplatz hier ziemlich hoch ist. Ich mein, wenn die keine Fremdsprachen am Schalter können und dir auch nicht helfen können und nicht fürs Geld ausgeben da sind: Bitte was machen die denn da???????

Sehr beeindruckt hat mich ja, dass die Bibliothekarin von meiner Uni gebrochen Englisch konnte (ich betone: der Student am Schalter neben ihr konnte es nicht). Leider hat sie mir nur erzählen können, dass irgendwie mein Studentenausweis abgelaufen ist. Geht ja schnell hier, nach einer Woche...

Und zu allem Überfluss scheint auch mein Handy wegzusein. Glaube nicht, dass ich es irgendwo veressen hab (ihr wisst ja; Handy ist neben Schlüssel und Portemonaie eine der 3 Heiligen). Ich schätz mal eher, dass die Gypsis doch noch bekommen haben, was sie wollten. Für alle die mich versucht haben zu erreichen-sorry. Ich versuch mal hier ne billige Alternative zu meinem tollentollen (eigentlich schon ziemlich alten und seit neuestem mit 0 Euro Guthaben ausgestatten *Ätsch Gypsis) Handy zu finden.

Werde jetzt noch gefrustet meinen Kaffee trinken (auch kein Kaffee von mir, konnte ja noch keinen kaufen...) und wünscht mir Glück, dass sich wieder alles einpendelt.

*Frust Blök

Sonntag, 28. September 2008

Inesandsvenworldsmap.org

Was für ein Wochenende. Ihr seht an meinem "ü", dass ich aus meiner Wohnung an meinem Laptop schreibe. Und nebenbei esse ich Chorizo (meine liebste und eine ganze gibts hier für 2,80Euro.Himmel)

Am Freitag Abend überschlugen sich die Ereignisse. Meine Hostpadres hier haben für mich ein Abschiedsessen der höchstens Klasse kredenzt. Sandwiches, Gambas, Orangen, Chorizo und Schinken. Aumann, ich habe aber immerhin den Wein gesponsort:) Dann bin ich in meine neue Wohnung eingezogen. Meine Koffer hat die Tochter meiner Hostpadres noch mir mit Auto bis vor die Tür gefahren. Was ein Luxus. Und schon der nächste Höhepunkt: Ines hat mich besucht, zusammen mit ihren Freundinnen Steffi und Susi.



Und so haben wir in kürzester Zeit alles gemacht, was ein guter Tourist sehen und machen sollte:
- viele viele Plazas gesehen
- Palacio Reyal
- den ägyptischen Tempel Debod
- Retiro Park
- Museo del Prado

Dabei waren Susi und Steffi für den Stadtplan zuständig (Stolz trugen sie ihn durch die ganze Stadt udn konnten im Sekundentakt die nächsten Straßen vorhersagen. So kann man ein ganzes Madridtourismuspaket natürlich in 2 Tagen schaffen:) Ines und ich waren dann eher für dei Bespaßung zuständig. Wir wollen eine GmbH gründen: inesandsvenworlmap.org. Eine Internetseite, wo man sich personalisierte Stadtpläne runterladen kann. Wichtig dabei: die Chinosgeschäfte in Madrid, Diskos nach Musikgeschmack geordnet, Monumente nach Nähe usw... org nennen wir uns mit Stolz, weil 1 Cent pro runtergeladenen Stadtplan an den Amazonasaufbau geht. Weiterhin wollen wir dazu eine Lonely Planet Co-Production aufbauen und später die Lufthansa kaufen. Ihr seht, wir sind nicht zum Spaß hier, hier wird hart gearbeitet. Entstanden ist die Idee aus meinem Zorn, mein Wassereis nicht 5 Minuten nach dem Entstehen meines Wunsches nach selbigen zu bekommen. So! Und wenn ich erstmal Millionär bin, bau ich ein Haus mit Anbau als Übernachtungsmöglichkeit für Erasmusler, Partykeller und Hundeschloss. Das wird gut.

Eine große Schreckenssekunde bereitete uns ein Ast. Nachdem ich festgestellt habe, dass Tee manchmal echt heiß ist und Ines meinte "Dit läuftseja beschissen" ist sie voll gegen einen Ast gelaufen. Ich hoffe, du kannst die Beule abschminken Ines:)






Für das Abendprogramm war natürlich gesorgt. Das war dann eher mein Part:) Am Freitag haben wir uns erstmal schön mit einem Chino-Bier auf den Chuecaplatz gesetzt (leider war der Karatemann nicht gut aufgelegt) und sind später in "meine Bar" und haben uns mit Bono, dem Barkeeper, für den nächsten Tag verabredet. Eigentlich wollten wir am Samstag noch auf eine Erasmusparty, der Wein im eigenen Heim war aber zusammen mit den Wraps zu gut. Ihr kennt das ja; wenn der Wein geöffnet ist und Youtube angeschmissen wird, kommt man ja schlecht wieder los. Wir sind dann mit Bono in einen super coolen Club (Sala Heineken) am Plaza Espana gegangen. Wie gut, dass wir auf der Gästeliste standen. So haben wir uns die 15 Euro Eintritt gespaart und unsere 2 Drink haben nicht 30 (!) sonder noch immerhin 14 Euro gekostet.
Am Sonntag hatte ich es dann mit 3 Krüppeln zu tun: Ines hatte Kopfschmerzen von der Party, Steffi war krank und Susis Lippe entschloss sich beim Anblick von Döner spontan und ohne äußeren Einfluss aufzuplatzen. Und Zombies gibt es doch*g

Einen richtig leckeren Abschluss haben uns heute der dickflüssige Kakao mit Churrus gemacht, einer Art Spritzgebäck. Aumann, kommt mich besuchen und ich lad Euch sofort dazu ein. Muss ja eine Ausrede haben, diese Limes Kalorien gegen Unendlich aufzunehmen*g

Freitag, 26. September 2008

Wohnungssuche

Kleine Sache aus der Metro. Unterhalten sich zwei Jungens Marke deutscher Anbau; Rebsorte ganz cool. Er: Ey, wenn wir nach Hause kommen brauch ich erstmal was zu essen.Der andere Er: Ja ich brauch mal wieder richtig was zu beissen. Weisst was richtig geil waer. Nen ordentlich knackiger Salat!" Er: Jaaa, so mit Thunfisch drauf!" Ich habe leise in meine Zeitung reingelacht...


Die letzte Woche war zur Haelfte entspannt, zur Haelfte stressig.


Haelfte Nummer 1:

Von den 7 Kursen á 2 Stunden hatte ich dann insgesamt ungefaehr 3. Einige sind ausgefallen, weil entweder Studenten oder der Prof keinen Bock hatten. Andere waren dann nach 15 Minuten fertig. Anderer wurde nach 1h beendet, weil eine Studentin meinte, sie muesste los. ¡Viva España!:) Haben dann immer Karten gespielt o.ae. Das spanische "Uno" geht wie folgt: es gibt die Karten von 1-7 und 10-12. 1 und 2 heisst aufnehmen, 1 kann man auf 2 schmeissen und die Summe die sich ergibt muss der, der keine 1 oder 2 hat, aufnehmen. 10 ist der sota (Bube), also Farbe wuenschen. 11 ist der caballo (Dame), Aussetzen. 12 ist der Rey (Koenig), den schmeisst man in einer Farbe und du darfst alle Karten der gleichen Farbe hinterherwerfen.


In meinen Fitnessstudio habe ich mich auch gut eingelebt. Habe ja mal vor, mich dieses Semester gesund zu verhalten, heisst mal versuchen zu kochen (weil das Mensaessen geht garnicht) und ins Fitness zu gehen. Wenn ich dann irgendwann mal diese Studienkarte habe - Bueros haben hier ja einfach mal unerklaerlicherweise zu und dann brauchst du ein Passfoto, was dir ja keiner vorher sagt - dann kostets auch nicht mehr so viel. 5,40 Euro fuer ein bissl Fitness mit kalter Dusche und ohne Sauna. Oh Mann. Dafuer ist hier ganz oft das Radio im Raum auf volle Lautstaerke, dass ist ein Spass beim Sporteln:) Pa: kennst die Bilder an der Wand? Ob die ne Veroeffentlichungsberechtuigung haben?:)


Haelfte Nummer 2:

Wie ich Wohnungssuche hasse. Manche wollten fuer so ein Verlieszimmerchen 300 Euro, andere Zimmer kosteten auf einmal 400 Euro und ueberhaupt alles stressig. Unglaublich, einer hat mich abgelehnt weil ich zu offen fuer ihn war (glaub is ganz gut dass ich da nicht hingezogen bin), und andere fragten mich "du sag mal, als Tourismusstudent sollte man doch eigentlich offener sein". Hijo de Puta. Ich lerne noch. Danke. Weisste, das sagt dir einer, der nichtmal eine einzige andere Sprache kann ja? Ich wurde jetzt aufgeklaert: Spanier haben 9 Jahre (!) Englisch. Da lernen sie aber nur Grammatik und Lesen. Haben nicht eine Stunde Sprechen, weil die Lehrer selbst aus Spanien, heisst zu doof dafuer sind. Ist doch alles ein wenig schwierig hier. Die lernen hier japansich, deutsch, franzoesisch...aber alles dann nur ein Jahr und wollens dann auch nicht benutzen. Sowas, echt..Und dann wirst du ganz schraeg angeguckt, wenn du vor dich hin stammelst.


Auf jeden Fall habe ich aber jetzt eine wirklich schoene Wohnung, 260Euro+gastos; 3 Jungs; kleines Zimmer. Alles super. Alles toll.

Montag, 22. September 2008

Erster Schultag glaub ich

Das war ja mal eine Erasmusfeier. Eigentlich hat es sich ja um eine Geburtstagsfeier zweier Erasmuler gehandelt. Aber da die anderen ja eh alle irgendwie ein wenig komisch sind, hat natuerlich nicht mal einer gesungen um Mitternacht. Neben, dass sich keiner auf Lasst_uns_mal_was_trinken_gehen Emails antwortet ist nun auch aufgefallen, dass keiner tanzt. *Dickes Augenrollen meinerseits an dieser Stelle. Interessant war, dass Dani mir erzaehlt hat, dass die Barkeeperin die Ersamusleute alle superunfreundlich fand. Klar, die Drinks haben nur ein Euro gekostet, aber nur hingehen und 3 Drinks aber flott bestellen, ist wohl hier nicht. Das hab ich mir zu Herzen genommen und ihr wisst garnicht, wie die auf mein ueberfreundliches Hola que tal reagiert hat. Riesensmile und 50:50 Mische. Hat mir uebrigens den Sonntag gekostet. Ich sag nur no mezclada of bebidas por favor. Geht hier ja schon los, dass der Calimocho ein Cola Rotwein Gemisch ist (mir wurd heut gesagt, dass echt madridisch das Ding mit k geschrieben wird, mit c wird das wohl in Pais Vasco geschrieben, und die Leute streiten sich darum, wer es denn nun erfunden hat...also so wie bei uns in Deutschland mit Ricola*g).
Weiter gehts damit, dass Literos 1 Liter Biere sind (siehe Bild). Dazu noch ein paar besagte Mischen und man liegt den ganzen Sonntag flach. Hat mir eventuell eine Wohnung gekostet, weil ich die da anrufen sollte *Dickes Augenrollen meiner Eltern an dieser Stelle. Aber da meine liebe Hostmutti hier auch Aerztin ist, hatt sie mich verarztet und ins Bett geschickt. Nun nach ungefaehr 24 h Schlaf gehts mir wieder gut*g

Heute war dann der erste Unitag. Oder so.... Denn zum Unterricht war irgendwie keiner da. Hab mich dann mit dem Prof unterhalten (ich hoffe mal dann jetzt auf den ein oder andern Stein im Brett). Der fand das auch ganz normal, dass keiner da war (ist ja schliesslich der erste Unitag und einige muessen noch Examen nachschreiben...aha). Hab mich aber in dem kleinen Oertchen hier umgesehen. Das ist so, wie man sich Spanien klischehaft vorstellt: kleine Hauschen, viele kleine Kinder die auf den Strassen rumlaufen, huegelich in der Stadt und bergig aussendrum. Sehr nett, aber langweilig. Hab mich mit dem Sportbeauftragten hier gleich mal angefreundet und mit ihm ewig ueber Deutschland gequatscht. Voll lustig, mit was fuer einem Enthusiasmus die Leute hier von Deutschland sprechen koennen. Ist mir jetzt schon oefter aufgefallen. Der beste Satz, mit Spaniern ins Gespraech zu kommen ist "fuer mich als Cervezero, also Bierliebhaber, geht Spanien ja mal garnicht". Dann noch ein wenig erzaehlt, wie toll Madrid ist und schon hast du einen Freund mehr*g Auf jeden Fall hat der mir eine Nummer von einer Freundin gegeben, die hier Wohnungen vermietet. Weiss bloss nicht, ob ich echt hier wohnen will. Die ruf ich vielleicht am Ende der Woche an, wenn ich wirklich nichts gefunden haben sollte...

Kleine Anekdote zum Schluss. Erzaehlt mir Dani doch echt, dass er immernoch die Deutschen als die komischte Kultur ansieht. Hab ihn dann erstmal zur Sau gemacht von wegen "Hombre wir koennen wenigstens englisch, reisen viel und kriegen das mit Schlafen und gesundem Essen hin (Essen um 10 uhr Nachts, ewig quatschen und 7 Uhr wieder raus ohne vorhandene Siesta ist nun mal genausowenig gut wie die Suessigkeitenlaeden, die man hier an jeder Ecke findet). Apropos Sau: siehe Bild und sagt mir, dass das nicht eins der ekligsten Sachen ueberhaupt ist, ein Schweinebein mit ner Daumenschraub einzuquetschen und es immer mehr zu zerhacken. Ich mein Schinken hin und her, aber sowas in der Kueche genuesslich stehen zu haben. Bze, wenn die Italiener nicht waeren, dann wuerde ich damit ja die Spanier auf Platz 1 der weird Liste setzen...

Samstag, 20. September 2008

Meinem Bruederlein das Allerbeste!!


Da mein Bruederlein heute Geburtstag hat und ich ihn leider nicht anrufen kann, bereite ich ihm die besonders sehr grosse Ehre, in meinem Blog veroeffentlicht zu werden*g Also Stefan, alles gute im naechsten Jahr, auf dass die jungen Sproesse gut und mit wenig Geschrei gross werden und wir uns viel sehen und ganz viel Spass und Freundschaft und Liebe und dass das Essen schmeckt und Gleiches nicht immer ansetzt und dass Kylie nochmal auf Welttournee geht und Du mich besuchen kommst und viele schoene Abende und auch Tage und auch Naechte!!! Also alles Gute:)

PS: Das rosane auf dem Bild sollen Noten sein; hat nicht so gut geklappt....

Acto de Bienvenida


Ich bin kein Urlauber mehr sondern offiziell Student. Wie cool...

Nachdem ich 1,5 h nach Getafe gefahren bin (!) kam ich punktgenau zur Einschreibung an (wenn das nicht mal deutsch ist...). Viele fragende Gesichter..dadurch konnte man schnell Leute kennenlernen. Kannte zum Schluss Russen, Bulgarier, Franzosen, Esten (sehr lustig nebenbei, habe natuerlich nur das beste von Estland erzaehlt; das gute Bier und die schoenen Staedte und so:), Deutsche, Belgier....War ganz cool. Jeder hat sich so aus seinem Land erzaehlt und Vorurteile ausgetauscht (Russen denken ueber Deutsche, dass sie komische "Bettpraktiken" bevorzugen waehrend Italiener denken, dass alle Deutschen sich untereinander kennen. Aha, wieder was dazu gelernt...)

Der Welcoming Akt war sehr professionell. Mit Mikrofonen, PPP und einem Imagevideo nach dem anderen (sogar fuer die Biblithek und die Kultureinrichtig. Strange). Bin mal gespannt wie es am Montag auf meinem Campus laueft, denn das komische ist, dass die ganze Zeit nur von den andern beiden Campussi (?) gesprochen wurde, da in "Colmenarejo ja eh keiner ist". Na super.. Heisst z.B. sowas, dass man ganz gross angeschaut wird, wenn man nach dem Sportangebot in Colmanerejo nachfragt (zum Schluss gibts wohl doch ein Fitnessstudio. Yeah), dass alle Erasmusveranstaltungen NICHT in meiner Naehe sind und dass, wie spanisch, ich nochmal 1,5h nach Getafe fahren kann, weil sie nicht genuegend Simkarten da hatten. Aber gut, wer will denn auch schon nur auf Erasmuspartys rumhaengen, wa? Ist ja auch sehr einfach, so Leute kennenzulernen.

Mein Spanisch ist dann mal nicht das Schlechteste. Hier gibts wirklich Leute, die spanische Kurse belegen, aber in der Mensa nichtmal Pommes bestellen koennen...Habe mit meiner Hostfamily auch viel Glueck-haben Almodovar zusammen geschaut und mir wurde heut frueh ein Fruehstueck kredenzt mit typisch Manchego (Salami) gekocht mit Ei. Dazu O-saft und Kaffee, sowie irgenwie 2 Stunden lang geplaudert ueber Deutschland und Spanien. Das wichtigste in Kuerze: Man tanzt hier doch nicht soviel miteinander (also Paartanz) wie man denkt. Dafuer sind spezielle Lokale vorhanden. Das ist in Suedspanien anders. Ueberhaut sind die "Suedlichen" extremer: mehr lachen, mehr offen, mehr hauen:) Penélope Cruz ist aus Madrid und fuer die Spanier ist es sehr schwer den oestereichischen Autor Stefan Zweig auszusprechen..Interessant und ich weiss garnicht, wie ich das wieder gut machen kann...

Der Karatemann von Chueca


Das ist der Karatetiger von Chueca. Den wollte ich Euch wirklich nicht vorenthalten. Ich glaube, er ist die einziger Person auf dieser Welt, die offiziell als Sehenswuerdigkeit gilt (gut, neben dem Papst und so:) Steht seit 2 Jahren im Madridreisefuehrer.

Er weiss selbst nicht wo er herkommt. Er sagt Finnland....kann aber kein finnisch. Man sagt sich Deutschland...glaub eher nicht.

Er ist bekannt dafuer, den Maedels hinterherzuglotzen, mit den Kindern zu spielen oder einfach nur gegen nicht vohandene Gegner Karate zu kaempfen. Ab und zu geht er mit seinem Becher rum. Nein, er ist kein Penner-er will nur was zu trinken abhaben*g

Dann erzaehlt er sich wieder selbst eine Geschichte und pinkelt hinter den naechsten Baum.

Danke Karatemann von Chueca, hast uns schoene Stunden bereitet:)

Donnerstag, 18. September 2008

Erste Eindruecke

Nachdem wir nun noch ein wenig angeschlagen von der ersten Nacht losgezogen sind, haben wir als erstes mal die Zettel an der Uni nach brachbaren Wohnungsangeboten abgesucht. Werden die dann mal abtelefonieren. Ich habe dann eine kleine Stadtfuehrung bei (bitte nicht ganz so neidisch werden) um die 28 Grad gemacht. Hier gibt es z.B. einen extra eingeschifften aegyptischen Tempel, viele Denkmaeler (am Plaza España, Moncloa) und super Aussichten.




Mittag gabs in der Mensa*g Man muss ja auch mal sparen zwischendurch, obwohl hier Mensagericht 4,70 Euro kostet-besteht aber aus 3 Gaengen mit je 4 Moeglichkeiten zu waehlen. Meine Liebe zur Bremer Mensa wurde dabei mal wieder gestaerkt. Alles fettig, komisch (jaja die hirnschaedigen Glutamate) und als Beilage nur Pommes. Lustig war aber die Krabbe die Dani auf seiner Paella hatte. Eine ganze Krabbe*lach. Die liess sich auch nicht schaelen..nachdem ich Beine rausgerissen habe und die irgendwie geknackt habe, hat sie nicht geschmeckt und ich mich entschlossen, lieber mit ihr rumzuspielen. War Dani mal wieder peinlich. Versteh ich auch nicht...





Wollten uns dann ein wenig im Park entspannen. Leider haben uns die Fliegen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das sind hier naemlich sone Kamikazefliegen, die in Augen und Ohren fliegen. Oder es lag daran, dass es einfach soviele waren. Weiss auch nicht, was da loswar..

Abends wurde dann aus dem Absacker mal wieder ein wenig feiern. Dani hat sich fest vorgenommen, nix zu trinken und gegen 10 nach Hause zu gehen. Zum Glueck ist er Spanier und es wurde 3 und einige Drinks mehr*g Mhhh Calimocho ne? Und so einfach: Rotwein mit Cola auffuellen, noch einen kleinen Schuss rein, ganz viel Eis, fertig...War aber auch schwierig, waren mit Christina unterwegs und hat mich ein wenig an Irmi erinnert (in Sachen sich nicht davon abbringen zu lassen, Dani zum Tanzen zu zwingen:) War einfach nur megalustig. Haben uns spaeter ueber Schimpfwoerter und Vaginitis unterhalten. Wenn das nicht beweist, dass es aufwaerts mit meinem spanisch geht*lach).

Madrid die Erste

Ah Madrid…das ist doch mal was. Riesig gross (waren in der S-Bahn gefuehlte Stunden unterwegs. Werde wohl wirklich die erste Zeit von hier bis zu meinem Campus bis zu 1,5Stunden fahren...), super nette Leute (voll Clash of Cultures wenn man grad aus Lettland kommtJ), immer was los (Ich sag nur Dienstag Abend und “da ist nichts los” heisst die Bars sind knacke voll), super schoene Architektur und einfach mal geil. Wurde hier von der Familie von einer Freundin von Dani (jaja, so ist das hier) aufgenommen fuer die ersten Tage, bis ich eine Wohnung gefunden habe. Und ich meine tatsaechlich von der Familie, denn May (die Freundin) ist ab morgen Juror bei den Filmfestspielen in San Sebastián und ich wohne somit nur mit ihren Eltern zusammen. Diese sind super nett und total gastfreundlich: man redet hier ja mit den Erwachsenen fast so wie mit Gleichaltrigen. Zumindest habe ich das Gefuehl, dass man sich hier vielmehr ueber privatere Sachen irgendwie mit allen unterhaellt.

So waren wir natuerlich auch gleich den ersten Abend ein wenig “de marcha”. Die wichtigsten Eckpunkte: Es gibt Tapas zu den Bieren (obwohl mir komischerweise Oliven nicht geschmeckt haben...). Ueberall stehen Leute, die dich in irgendwelche Lokale entfuehren wollen. Wenn Du sie ansprichst, kriegst Du halt sowas wie die zweite Runde spendiert. Was sehr nett ist bei 18 Euro fuer 2 Vodka Red Bull...Aber auch das Trinken-in-der-Oeffentlichkeit Verbot scheint hier nicht grossen Anklang zu finden. Die Leute setzen sich halt in Barnaehe auf die Plaetze und falls wer fragt sitzen sie halt “draussen”.

Eine Sache fand ich dann doch ein wenig krass. Neben uns am Tisch sass ein etwas aelteres Paerchen. Auf einmal haut der Mann voll auf den Tisch. Ich laechel die Frau noch an, weil ich dachte “ist halt ein lauter Spanier, hat grad einen guten Scherz gerissen”. Da sie es nicht erwiderte und sie auch gleich losgestuermt sind, hab ich wohl hierbei Unrecht behalten. Die Leute haben mir dann erzaehlt, dass es wohl noch Gang und Gebe ist, dass Maenner ihre Frauen schlagen. In Madrid soll es im letzten Jahr um die 40 Todesfaelle deswegen gegeben haben. Doch diese Art des Machismo ist wohl zum Glueck immer mehr veraltet. Leider viel zu langsam.

Zweite krasse Sache: Im Flugzeug habe ich eine Deutschen kennen gelernt, der hier auch studieren will, aber an der Complutense. Als wir uns verabschieden wollten, hole ich halt meinen Timer raus, um ihm meinen Namen fuers Studivz finden zu geben. Dani kommt auf einmal und meint “Sven, in einer Minute faehrt unsere Bahn”. Das fand ich ziemlich lustig-wir standen naemlich direkt am Gleis, also who cares. Im Nachhinein meinte er, dass dicht um uns rum “Gipsy Girls”, meist Rumaenen hier, rumgestraeurnert sind. Die kommen hier wohl ziemlich oft in den Bahnhoefen vor und stehlen halt die Sachen. Waer Dani nicht dagewesen, haetten sie mir sicher aus der Tasche was gestohlen und waeren damit losgerannt-Auslaender sind aemlich besonders beliebte Opfer...Spaeter wurd mir dann auch erzaehlt, dass die total unverfrohren ihre Zeitung auf deine Tasche legen und diese dann mitnehmen. Leticia meinte, das das normal hier ist und man den Maedels dann halt sagt: “Kannst Du das mal bitte sein lassen?”.Also, immer schoen aufpassen:)